Von Fenna Diers
INTERVIEW
Andreas Dressel (SPD) ist Senator der Behörde für Finanzen und Bezirke. Durch die Zuständigkeit für viele Ausbildungsplätze der Verwaltungsschülerinnen und Verwaltungsschüler, haben wir bei ihm mal nachgefragt.
Was wollten Sie als Kind werden?
Lokführer hätte ich mir gut vorstellen können. Wie sieht ein gutes Wochenende für Sie aus? Ich bin gerne aktiv. Ein gelungenes Wochenende ist eine Mischung aus Zusammenkommen mit politisch interessierten Bürgerinnen und Bürgern meines Wahlkreises und auf jeden Fall ein Ausflug – z. B. nach Neuwerk – gemeinsam mit meiner Frau und meinen drei Kindern.
Was gefällt Ihnen am meisten an Ihrem Beruf?
Als Finanzsenator habe ich die Möglichkeit , viele Themen anzupacken. Ich sitze also nicht da und rechne vor mich hin, sondern komme mit Vereinen, Verbänden, Unternehmen und vielen verschiedenen Menschen zusammen, die mir von Herausforderungen berichten und dann versuche ich, mit den politischen Mitteln die ich habe, Lösungen zu finden. Das gelingt nicht immer. Mir ist aber wichtig, von den Sorgen (und Erfolgsgeschichten) zu hören und mir vor Ort auch selbst ein Bild machen zu können und Dinge in Bewegung zu setzen. Die Bandbreite reicht vom Wohnen für Auszubildende und dem Schulbau
Haben Sie ein besonderes Ziel, dass Sie verfolgen?
Mein Ziel ist es, dass Dinge – die vielen Bürgerinnen und Bürgern nützen – gelingen. Dafür setze ich mich in ganz unterschiedlichen Bereichen ein. Ich nutze dazu mein Netzwerk, dass ich mir über die vielen Jahre meiner politischen Tätigkeit und vor allem als Fraktionsvorsitzender der SPD aufbauen konnte. In diesem Jahr ist die Aufsicht über die Hamburger Bezirke als zusätzliche bis zum Umsetzen des Deutschlandtickets. Klassischerweise trägt die Finanzbehörde natürlich zur Haushaltsplanung und -kontrolle der Stadt bei, indem sie Einnahmen aus Steuern sicherstellt. Aufgabe dazu gekommen, weiterhin gehören verschiedenste städtische Unternehmen zur Finanzbehörde. Dadurch habe ich einen recht guten Blick auf alle Facetten unserer Stadt. Besondere Ziele sind z. B. die Förderung der Digitalisierung und Modernisierung der Steuerverwaltung und der Hamburger Kundenzentren, was zur Verbesserung der Servicequalität führen wird. Wir zielen also darauf ab, durch diese Entbürokratisierungsinitiativen die Verwaltungsleistung zu steigern und die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger nachhaltig zu erhöhen
Wieso sind Sie in die SPD eingetreten?
Ich bin in einer Familie aufgewachsen, die sich mit den Grundwerten der SPD wie Freiheit, Gleichheit und Solidarität identifiziert hat. Daher ist für mich eine zentrale Motivation das Engagement für Gerechtigkeit und Chancengleichheit. Und außerdem bin ich überzeugt, dass durch kollektives Handeln gesellschaftliche Herausforderungen besser bewältigt werden können
Wieso haben Sie sich für ihr Amt als Finanzsenator entschieden?
Als Finanzsenator habe ich einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung unserer Stadt, da allein schon die Steuerung von Unternehmen, an denen Hamburg beteiligt ist, zum Aufgabenbereich gehört. Mein Vater war übrigens schon Abteilungsleiter in der Finanzbehörde und ich hatte zu unserem Gebäude am Gänsemarkt schon immer einen starken Bezug. Letztlich mag ich es, gefordert zu werden und konnte mir die vielfältigen Aufgaben in dieser Behörde – die ja eine Zusammenarbeit mit allen Hamburger Behörden einschließt – sehr gut vorstellen.
Was ist Ihnen wichtig für die Zukunft von Hamburg?
Ich möchte, dass Hamburg weiterhin zu den lebenswertesten Städten gehört! Eine Herzensangelegenheit ist dabei für mich, dass junge Menschen bei uns eine Ausbildung oder Arbeit finden und gleichzeitig hier leben können. Dazu benötigen wir viel mehr bezahlbaren Wohnraum. Und als Finanzsenator habe ich die Möglichkeit, auch mit unseren städtischen Immobilienentwicklern zusammen, Ideen anzustoßen und Konzepte umzusetzen. Ich setze mich weiterhin für den Erhalt von Kultureinrichtungen, bezahlbaren (und für Schüler kostenlosen) öffentlichen Nahverkehr, für den Erhalt von Bürgerhäusern, die Sanierung von Sportstätten, gute Bedingungen für Unternehmen usw., ein. Dabei ist für mich ein pragmatischer Umgang mit den Herausforderungen, die in einer Metropole wie Hamburg unausweichlich sind, ebenso ein Anliegen, wie Hinschauen, Hinhören, im Gespräch bleiben und nachhaltige Lösungen finden.
Was ist Hamburg für Sie in einem Satz?
Zuhause.
Was möchten Sie den jungen Menschen mitgeben?
Interessiert euch! Für die Belange im kleinen, in der Schule, in der Nachbarschaft, der Familie. Seid Teil unserer Demokratie und übt euch in Toleranz. Haltet die Augen bei Ungerechtigkeiten auf und schaut nicht weg. Lasst euch von Rückschlägen nicht entmutigen. Und natürlich sollt ihr Spaß haben und dabei die vielfältigen Möglichkeiten, die Hamburg z. B. kulturell und sportlich bietet, nutzen.
Möchten Sie der Verwaltungsschule etwas mitteilen?
Die Verwaltungsschule leistet den wesentlichen Beitrag für die Entwicklung von Nachwuchskräften für die Hamburger Verwaltung. Ich wünsche mir, dass alle Schülerinnen und Schüler die vielfältigen Bildungsmöglichkeiten nutzen und Spaß an modernen Lernformen haben. Letztlich brauchen wir jede und jeden Einzelnen von Ihnen, nicht nur, um die ambitionierten Ziele der Verwaltungsmodernisierung mit immer neuem Schwung umzusetzen, sondern vor allem, um eine positive Interaktion mit den Menschen in unserer Stadt lebhaft und zugewandt zu gestalten.
Vielen Dank Herr Dressel!
Datum: .11.2025