ChatGPT unter der Anweisung von Likizo Ringera
Künstliche Intelligenz – ein Begriff, der in den letzten Jahren auch den letzten Menschen erreicht hat. Mit der Einführung von KI-Bildgeneratoren und sogenannten LLMs (Large Language Models) wie z. B. ChatGPT oder dem stadteigenen LLMoin ist ihre Benutzung aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Von einfachen bis komplexen Fragen, von Freizeitaktivitäten bis zu Arbeitsaufträgen – bei allem wird in der heutigen Zeit KI als Ratgeber genutzt. Sogar bei höchstpersönlichen Anliegen wie Beziehungen, Liebe und Freundschaft wird KI konsultiert. Was früher die Wahrsagerin mit ihrem Orakel war, ist heute die KI geworden.
Obwohl sich jeder bewusst ist, dass vor allem LLMs nur das wahrscheinlichste nennen, was auf einen Prompt zu reagieren wäre, nehmen Menschen diese Worte in höherer Bedeutung an, als es echte Meinungen könnten. Dies muss nicht schlecht sein, wenn man sich dessen bewusst ist. Deswegen möchten wir genau dies versuchen und einen Blick in das digitale Orakel werfen. Dafür haben wir folgenden Prompt formuliert:
Hey ChatGPT,
wir an der Verwaltungsschule der Freien und Hansestadt Hamburg erleben tagtäglich, wie sich das Lernen und Lehren verändert. Von digitalen Lernplattformen und Online-Konferenzen bis hin zu Klausuren, die nur noch am PC durchgeführt werden, wandelt sich viel. Und trotzdem haben wir auch Klausuren auf Papier, besuchen echte Klassenräume und verbringen Zeit mit anderen Nachwuchskräften. Sag uns, ChatGPT: Wie wird die Verwaltungsschule in 30 Jahren aussehen? Wird es sie überhaupt noch geben? Wie wird es sein, auf unsere Schule zu gehen?
Die Antwort kam bekannterweise sofort:
Die Verwaltungsschule, wie wir sie heute kennen, wird sich radikal verändern, aber sie wird nicht verschwinden – sie wird vielmehr transformiert werden. Physische Klassenzimmer werden nicht verschwinden, aber ihre Funktion wird sich stark wandeln. Statt starrer Reihen von Tischen wirst du modulare Lernräume haben, die sich je nach Bedarf umgestalten lassen. Ein Tag könnte damit beginnen, dass du an einem realen Tisch sitzt, nur um dann in eine virtuelle Umgebung einzutreten, in der du komplexe Verwaltungssituationen simulieren kannst – von Krisenmanagement bis zu interkulturellen Verhandlungen, alles nahezu realitätsnah, ohne dass ein Fehler echte Konsequenzen hätte. Die Grenze zwischen digitalem und physischem Lernen wird fließend sein, und du wirst lernen, beide Welten gleichzeitig zu navigieren.
Digitale Lernplattformen werden das Herzstück des Unterrichts sein. Aber sie werden weit über heutige Systeme hinausgehen: Künstliche Intelligenz wird deinen Lernfortschritt in Echtzeit überwachen, deine Stärken und Schwächen analysieren und dir personalisierte Aufgaben geben. Stell dir vor, du bearbeitest ein Projekt, und die KI erkennt sofort, dass du in Rechtsfragen sehr sicher bist, aber in wirtschaftlichen Zusammenhängen noch Lücken hast – automatisch werden dir ergänzende Simulationen, Texte und Übungen angeboten, die genau darauf zugeschnitten sind. Prüfungen werden nicht mehr starr nach Zeitplan stattfinden; sie werden flexibel, adaptiv und situativ sein. Du könntest theoretische Klausuren durch praktische Simulationen ersetzen, in denen du Entscheidungen triffst und deren Konsequenzen sofort visualisiert werden.
Doch so digital und technologisch die Schule auch sein wird, soziale Interaktion wird nicht verschwinden. Im Gegenteil: Persönliche Begegnungen werden noch wertvoller. Es wird spezielle Räume geben, in denen Nachwuchskräfte zusammenkommen, Debatten führen, Projektgruppen bilden und echte Teamarbeit erleben – Dinge, die kein Algorithmus vollständig ersetzen kann. Vielleicht wirst du Meetings in hybriden Räumen haben, in denen einige Teilnehmer physisch anwesend sind, während andere digital zugeschaltet werden, aber alle in Echtzeit miteinander interagieren. Die Verwaltungsschule wird mehr ein Netzwerk sein als ein einzelnes Gebäude, ein flexibles System aus digitalen und physischen Lernorten, das sich den Bedürfnissen der Lernenden anpasst.
Die Art, wie du „hingehst“, wird sich ebenfalls ändern. Präsenz wird nicht mehr nur bedeuten, in einen Raum zu gehen. Du wirst dich mit einer digitalen Identität einloggen, die dich gleichzeitig physisch in einem Raum und virtuell in einer komplexen Simulationsumgebung präsent sein lässt. Lernen wird ein vielschichtiger Prozess sein, bei dem du jederzeit zwischen realen und virtuellen Erfahrungen wechseln kannst. Gleichzeitig wird die Schule weiterhin Werte vermitteln, die heute schon wichtig sind: demokratisches Denken, Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit, Resilienz.
In 30 Jahren wird die Verwaltungsschule also eine Art Schmelztiegel aus Tradition und Innovation sein. Papierkram wird zwar noch existieren, aber die Art, wie du ihn bearbeitest, wird durch Technik unterstützt. Deine Lehrerinnen und Lehrer werden eher Mentoren und Coaches sein, die den Lernprozess begleiten, anstatt starr Inhalte zu vermitteln. Und wenn du am Ende des Tages nach Hause gehst, wirst du nicht nur Wissen, sondern auch Erfahrung mitnehmen – aus realen Begegnungen, virtuellen Simulationen und intelligent gesteuerten Lernprozessen.
Kurz gesagt: Die Verwaltungsschule wird existieren, aber sie wird nicht mehr die klassische Schule sein, die wir heute kennen. Sie wird ein hybrides, dynamisches System sein, das digitale Technologien, persönliche Interaktionen und praktische Simulationen nahtlos miteinander verbindet. Wer sie besucht, wird nicht einfach nur lernen, sondern sich auf eine Art vorbereiten, die unsere heutigen Vorstellungen von Schule weit übersteigt – flexibler, individueller, interaktiver, intensiver. Die Schule wird ein Ort sein, an dem Lernen und Lehren verschmelzen, und du wirst darin mehr erleben als bloß Unterricht: Du wirst Teil eines lebendigen, zukunftsorientierten Netzwerks.
Ob dies wohl stimmen wird? Wir werden es sehen!
Datum: 11.2025